Herzinfarkt – Wie kann ich helfen?

Der Herzinfarkt stellt momentan die Todesursache Nummer 1 in Deutschland dar. Unter den ca. 280.000 Herzinfarkt-Patienten pro Jahr sind in vermehrtem Maße ältere Patienten im Rentenalter zu finden.

Die Überlebenschance eines Betroffenen verringert sich pro verstrichene Minute bis zur Reanimation um 10%. Wenn nach 5 Minuten keine einfachen Maßnahmen durchgeführt wurden, ist das Überleben des Betroffenen unwahrscheinlich. Da der Rettungsdienst meist mehr als 5 Minuten benötigt, ist die aktive Hilfe von beistehenden Menschen in Form der Herzdruckmassage besonders wichtig.

Ein Automatisierter externer Defibrillator (AED) kann die Überlebenschancen des Betroffenen enorm erhöhen. In den Leitlinien zur Reanimation 2015 steht, dass die Defibrillation innerhalb von 3-5 Minuten nach dem Kollaps zu Überlebensraten von 50-70% führen kann.
Daher sollte dieses Gerät besonders in Geschäften, Schulen, Pflegeeinrichtungen, Organisationen und öffentlichen Plätzen vorhanden sein.

Was tun im Fall eines plötzlichen Herzstillstandes:

  1. Prüfen Sie ob der Betroffene antworten kann oder auf Schulterschütteln reagiert. Besteht keine Atmung oder ist die Atmung unnormal?
  2. Rufen Sie den Notruf (112) an.
  3. Drücken Sie mindestens 100 x pro Minute fest und schnell in die Mitte des Brustkorbes. Sie können dem Patienten dabei nicht wehtun. Hören Sie nicht auf bis Hilfe eintritt und bitten Sie bei Ermüdung um Hilfe. Falls Sie in Mund zu Mund Beatmung trainiert sind, sollte diese nun ausgeführt werden. Dabei sollten nach 30 Herzdruckmassagen jeweils 2 Beatmungen ausgeführt werden.
  4. Ist ein Defibrillator zur Hand, schalten Sie diesen an und folgen den vom Gerät angegebenen Anweisungen. Öffentlich zugängliche Defibrillatoren sind so ausgelegt, dass ein Laie den einfachen Anweisungen folgen kann. Die Geräte sind als automatische und halbautomatische Version erhältlich. Die vollautomatische Version analysiert den Patient nach Anschluss der Elektroden an der Brust und liefert, falls notwendig, einen lebensrettenden Schock. Bei der halbautomatischen Version, wird nach der automatischen Analyse der Schock auf Knopfdruck vom Anwender ausgelöst. Nach Ausführung des Schocks muss weiter die Herzdruckmassage durchgeführt werden bis die Rettungskräfte eintreffen. Auch dazu gibt das Gerät mit einem Metronom Anleitung.

Dank der Initiative „Schüler retten Leben“ wird ab der Jahrgangsstufe 7 schon bald das Thema „Wiederbelebung bei einem plötzlichen Herzstillstand“ in den Unterricht aufgenommen. Wenn mehr Menschen wissen, wie sie im Notfall helfen können, kann in Zukunft die Zahl der Todesfälle durch Herzinfarkt wesentlich reduziert werden.

Quellen:
https://www.einlebenretten.de/
https://www.boehringer-ingelheim.de/produkte/verschreibungspflichtige_medikamente/herzinfarkt.html
https://
www.grc-org.de/leitlinien2015/doc_download/147–leitlinien-kompakt